Vermittler-Erstinformation - IhreMakler24 - unabhängiger und freier Versicherungsmakler - mit der Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO

Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht Versicherung Informationen

Als Eigentümer, Pächter, Mieter oder Nießbraucher, ist die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers als Haus- und/oder Grundstücksbesitzer mit einer Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung abgesichert.

Jeder Haus- und/oder Grundstücksbesitzer hat bestimmte Verpflichtungen, die er erfüllen muss, um sicherzustellen, dass kein Dritter zu Schaden kommt. Bei einer Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung sind die Ansprüche, die bei einer Verletzung der Pflichten entstehen abgedeckt. Als Beispiele sind hier anzuführen: Schneeräumen von Gehwegen, Reinigung, bauliche Instandhaltung, Beleuchtung etc.

Was ist die gesetzliche Grundlage der Haftung?

Grundlage für die Haftpflicht von Haus- und Grundbesitzern ist die Gesetzgebung, die im BGB verankert ist (§§ 823, 831, 836, 278 BGB). Hinzukommt die sogenannte Verkehrssicherungspflicht, der § 823 BGB zugrunde liegt.

Was versteht man unter Verkehrssicherungspflicht?

Schafft man Gefahrenquellen, muss man auch die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen, dass keine Dritten dadurch zu Schaden kommen. Bereits, wenn man zulässt, dass Dritte das eigene Grundstück betreten können (oder auch ein gemietetes Objekt) verursacht man eine derartige Gefahrenquelle und haftet für Schäden.

Im BGB, genauer gesagt in Der § 836 BGB, ist zudem ein weiterer Grund festgelegt, bei dem die Haftung überdies hinaus verschärft wird. Lösen sich Teil vom Haus oder kommt es zu einem Einsturz und werden dadurch Dritte geschädigt, dann haftet der Hausbesitzer. Egal, ob es sich dabei um körperliche oder um Sachschäden handelt. Die verschärfte Haftung kommt nicht zur Anwendung, wenn eine erforderliche Sorgfalt bei der Schadenprävention nachgewiesen werden kann.

Als Beispiel kann hierfür eine herabfallende Markise genannt werden, die ein parkendes Auto beschädigt. Kann nachgewiesen werden, dass die Markise und deren Teile von einem Fachmann montiert wurden und regelmäßig überprüft wurden, gilt die verschärfte Haftung nicht. Kann dies nicht belegt werden, dann steht das Verschulden fest. Es wird als „Haftung aus vermutetem Verschulden“ bezeichnet.

Die Haftung bei Eigentümer-Gemeinschaften

Das Wohnungseigentumsgesetz unterscheidet wie folgt:

  • Sondereigentum an einer Eigentumswohnung.
  • Gemeinschaftliches Eigentum an: Treppenaus, am Grundstück oder auch gemeinschaftlichen Räumen im Dachboden oder Keller.
  • Die Verkehrssicherungspflicht für das Sondereigentum "Wohnung" hat der jeweilige Eigentümer oder der Mieter, falls die Wohnung vermietet ist.

Handelt es sich um ein gemeinschaftliches Eigentum, dann ist die Eigentümergemeinschaft verkehrssicherungspflichtig bzw. der Verwaltungsbeirat oder der bestellte Verwalter.

Auch für die Besitzer von sogenannten Einfamilienhäusern, die über eine Einliegerwohnung verfügen, ist der Abschluss eine Haushaftpflichtversicherung nötig. Nach dem Gesetz gelten nämlich Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung als Zweifamilienhäuser. Ist die Einliegerwohnung jedoch nicht vermietet, sondern wird ohne räumliche Abgrenzung vom Besitzer alleinig genutzt, dann ist der Abschluss einer Haushaftpflichtversicherung nicht nötig, denn hier greift die Privathaftpflichtversicherung.

Der Umfang des Versicherungsschutzes

Als Haus- und Grundbesitzer hat ein Versicherungsnehmer mit dem Abschluss einer Haus- und Grundbesitzer Haftpflichtversicherung für den Fall einen Versicherungsschutz, wenn er in seiner Eigenschaft als Nießbraucher, Eigentümer, Mieter, Pächter oder Verwalter aufgrund gesetzlicher Haftpflichtbestimmungen privatrechtlichen Inhalts von einer dritten Person Schadenersatzansprüche geltend gemacht werden.

Mitversichert sind bei Eigentümergemeinschaften:

  • die persönliche gesetzliche Haftpflicht eines Wohnungseigentümers bei Tätigkeiten für die Gemeinschaft,
  • die gesetzliche Haftung der Gemeinschaft aus dem gemeinschaftlichen Eigentum,
  • die persönliche gesetzliche Haftpflicht des Verwalter.

Die Aufgaben der Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung

  • Die Ansprüche, die gegen den Haus- und Grundbesitzer geltend gemacht werden, werden geprüft.
  • Kommt es zu einem Haftpflichtprozess, wird die Rechtsschutzfunktion übernommen. Bei berechtigten Ansprüchen wird der Schaden bezahlt.
  • Wehrt unberechtigte Schadenersatzforderungen ab.

Wer ist mitversichert?

  • Mitversichert sind der Versicherungsnehmer als Unternehmer oder auch als Bauherr bei Bauarbeiten bis zu 100.000 Euro je Bauvorhaben. Die Höhe ist von der Police abhängig und sollte sorgfältig überprüft werden.
  • Mitversichert sind Personen, die mit der Betreuung des Grundstücks durch einen Arbeitsvertrag beauftragt wurden wie Reinigung, Verwaltung etc. bezüglich Ansprüchen, die gegen Sie aufgrund ausüben der vertraglich fixierten Ausführung der Verrichtung geltend gemacht werden.
  • Mitversichert sind Abwasser- und Allmählichkeitsschäden.
  • WHG-Deckung für Kleingebinde, Gesamtmenge 500 l / kg (dies muss unbedingt überprüft werden!)
  • Mitversichert sind die Verwendung und der Besitz von Schneeräumgeräten, selbstfahrende Rasenmähern, nicht versicherungs- und zulassungspflichtige KFZ wie Kleinkrafträder und Go-Carts sowie Arbeitsmaschinen.
Für wen ist es angebracht, eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung abzuschließen?

Ist ein Gebäude für eine Gemeinschaft an Wohnungseigentümern errichtet worden, dann gilt folgendes:

  • Gefahren, die vom Sondereigentum ausgehen, werden über die Privathaftpflichtversicherung aufgefangen.
  • Zum Sondereigentum einer Wohnung zählen zusätzliche Bereiche, die dem Versicherungsnehmer gehören wie ein abgegrenzter KFZ-Stellplatz oder ein Kellerraum.
  • Zum Gemeinschaftseigentum hingegen zählen die anderen Teile des Gebäudes wie Dächer, Außenwände, Treppen, Grünanlagen, Gehsteig.


Haftpflichtgefahren, die von diesen Teilen ausgehen, obliegen der Verantwortung der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer. Das Haftungsrisiko wird durch eine Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung abgedeckt. Mitversichert ist hierbei auch der bestellte Verwalter.

Wer genau benötigt eine Haus- und Grundstückshaftpflichtversicherung
  • Eigentümer von vermieteten Wohnungen und Häusern,
  • Eigentümergemeinschaften,
  • Eigentümer von Mehrfamilienhäusern.


Die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer ist hierbei der Versicherungsnehmer. Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht der Wohnungseigentümer-Gemeinschaft aus dem gemeinschaftlichen Eigentum. Sowohl der Wohnungseigentümer als auch der bestellte Verwalter sind bei Ausübung ihrer Tätigkeit im Zwecke der Gemeinschaft ebenfalls mitversichert.

Eingeschlossen sind - abweichend von § 7 Ziff. 2 AHB -

  • Ansprüche, die ein einzelner Wohnungseigentümer gegen den Verwalter hat.
  • Ansprüche, die ein einzelner Wohnungseigentümer gegen den Die Wohnungseigentümer-Gemeinschaft hat.
  • Gegenseitig Ansprüche von Wohnungseigentümern. Allerdings nur bei einer Betätigung im Zwecke und Interesse der Gemeinschaft.


Der Abschluss einer speziellen Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundbesitzer ist erforderlich für jeden , der ein Mehrfamilienhaus, Wohnblock, Zweifamilienhaus oder auch ein Grundstück, das nicht bebaut ist, besitzt. Aufgrund der dem Besitzer von Grund und Boden, mit oder ohne Bebauung, obliegenden Verkehrssicherungspflicht, ist er hohen Haftungsrisiken ausgesetzt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Grundstück etc. auf dem Land oder in der Stadt ist. Jeder Besitzer eines Grundstücks muss besondere Vorkehrungen treffen, um sicherzustellen, dass Passanten oder Benutzer wie Besucher oder Lieferanten nicht zu Schaden kommen. Eingeschlossen sind hier Tätigkeiten wie Reinigung, Streuen, Schneeräumen. Die Kommunen regeln wie weit genau diese Pflichten gehen.

Ist man allerdings nur Besitzer eines Einfamilienhauses, dann wird die gesetzlich Haftpflicht des Versicherungsnehmers von der Privathaftpflichtversicherung übernommen. Dies trifft allerdings nur dann zu, wenn der Versicherungsnehmer und seine Familien das Haus auch bewohnen.

Es gilt daher:
Für Wohnungen und auch Ferienwohnungen und Einfamilienhäuser, die selbstgenutzt werden, reicht der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung aus.

Der Versicherungsschutz: wann beginnt und wann endet er?

Für alle Schäden, die sich in der Vertragszeit ereignen, besteht ein Versicherungsschutz. Selbst wenn die Schadenursache bereits vor Vertragsbeginn liegt. Selbstverständlich muss in diesem Fall nachgewiesen werden, dass dem Versicherungsnehmer vor Abschluss des Vertrages die Schadenursachen nicht bekannt waren und zudem noch keine anderen Schadenersatzansprüche geltend gemacht wurden.

Welche Deckungssummen sollten gewählt werden?

Pauschal für Person- und Sachschäden beträgt die Standarddeckungssumme 2.000.000,- €. Natürlich können auch höhere Deckungssummen individuell vereinbart werden.

Die Gesamtleistung für alle Schäden, die von der Versicherung innerhalb eines Versicherungsjahres erbracht werden, betragen das Doppelte der festgelegten Deckungssumme.

Ausschlüsse

Haftungsansprüche sind ausgeschlossen für Schäden, an gepachteten, geliehenen, gemieteten, aufbewahrten fremden Sachen sowie Schwammbildung oder Überschwemmung fließender oder stehender Gewässer. Ausgeschlossen sind ferner Ansprüche aus Schäden an Sondereigentum, Teileigentum oder gemeinschaftlichem Eigentum.

Das sogenannte Öltank Risiko ist ebenfalls nicht mitversichert. Für Schäden dieser Art gibt es eine spezielle Gewässerschaden Haftpflichtversicherung.

Wichtig ist es ferner zu wissen, dass Risiken, die bei einer gewerblichen Nutzung vom Grund- und Hausbesitz entstehen durch eine Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung abgesichert werden.